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Bärlauch |
Bärlauch
Bezeichnung Bärlauch, Bärlauchkraut, Waldknoblauch, Bärenlauch, Wilder Lauch, Zigeunerlachkraut, Ramsel, Hexenzwiebel, Herba Allii ursini
Herkunft Oft anzutreffen in Europa und Nordasien in feuchten Humusreichen Laub und -Auenwäldern.
Verwendung Traditionell zur Entgiftung, Reinigung und unterstützenden Behandlung von Magen-Darmstörungen, Blähungen. Wirkt antisklerotisch (gegen Gefässverkalkung). Innerlich als Tinktur, Kapsel und frischer Pflanze (als Gewürz z.B. Bärlauchpesto, Bärlauchnudeln). Bärlauchtinktur ist nebst den Chlorella-Algen ein wichtiger Bestandteil bei der Ausleitung von Schwermetallen und anderen Giften. Innerlich: 3x täglich 5-10 Tropfen Bärlauchtinktur in wenig Wasser. Auch in Form von Kapseln mit Bärlauchextrakt.
Tierheilkunde Der Bärlauch ist wie der Knoblauch ein gebräuchliches Mittel in der Tierheilkunde. er hilft bei allen Darmerkrankungen. Hunden und Katzen sollte man öfters kleingehackten Bärlauch oder später im Jahr Knoblauch unters Futter mischen, es wird dadurch der Befall mit Darmparasiten verhindert. Ins Futter von Pferden gemischt, hält er durch seinen geruch Fliegen und andere Plagegeister fern. Er beugt so auch dem Sommerekzem vor.
Sagenhaftes Bär, Wolf und Fuchs galten bei den Germanen als Seelentiere, so wie in der noch heute lebendigen Tradition der Indianer bestimmte Tiere als Helfer und Führer eine wichtige Rolle spielen. Der Bär (lat. urs) galt bei den Germanen als fruchtbarkeitsfördernd, der symbolisch für ein kraftvolles Urwesen stand und mit seiner Kraft und Stärke die Macht des Winters brechen und neue Fruchtbarkeit bringen konnte. Er war der Frühlingsbringer, der noch heute auf der helvetischen und allemannischen Fastnacht in Gestalt von fellbekleideten Männern durch die Strassen stapft. Der Bär ist noch heute in unserem wort ge-bär-en enthalten. Die Seelentiere konnten sich, so glaubt man, auch in bestimmten Pflanzen verkörpern, durch deren Verzehr man sich diese Kraft einverleiben konnte. Noch heute tragen viele Heilpflanzen die Namen der Germanischen Seelentiere: Wolfsmilch, Fuchsbeeren, Bärlapp, Bärlauch, Bärenklau etc. Die Pflanzen des Bären haben die Kraft der Erneuerung und Reinigung sie brechen das Verhärtete und wärmen den Körper (Bärlauch ist noch heute ein wichtiger Bestandteil von entgiftenden Kuren). Unser Bärlauch gehört mit zu den kräftigsten Bärenpflanzen, leider sind seine Bärenkräfte fast ganz in Vergessenheit geraten. Er ist eine Frühlingspflanze und so wie sein Meister der Frühlingsbringer ist, entfaltet er seine stärksten Kräfte im Frühjahr. Der Bär war auch ein wichtiges Symbol des Kriegeradels der Kelten (kelt. art). König Art-us war ein Bärenkönig. Ramsel, Räms und Rames sind weitere alte Namen unseres Bärlauchs. Sie deuten auf einen sehr alten Wortstamm, das germanische "hroms", das altdeutsche "ramesdr", womit Zwiebel und -Lauchgewächse benannt wurden. Diese Verbindung findet sich in fast allen europäischen Sprachen. Nicht nur bei den Kelten und Germanen galt er als heilpflanze, auch die Römer kannten und nutzten ihn, sie nannten ihn "herba salutaris", das Heilkraut. Der letzte in der Reihe der bekannten Pflanzenheilkundigen, der den Bärlauch gebührend lobte war Kräuterpfarrer Künzle: "Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung des Körpers wie der Bärlauch. ewig kränkelnde leute, mit Flechten und Ausschlägen versehen, die skrophulosen und Bleichsüchtigen sollten der Bärlauch verehren wie Gold."
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