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Beifuss |
Beifuss
Bezeichnung Beifusskraut, Wilder Wermut, Weiberkraut, Jungfernkraut, Johannesgürtelkraut, Gänsekraut, Besenkraut, Sonnenwendkraut (siehe auch Johanniskraut), Mugwurz, Sonnwendgürtel, Thorwurz, Fliegenkraut, Werzwisch, Wisch, Herba Atermisiae vulgaris
Herkunft In ganz Europa, Asien und Nordamerika verbreitet
Verwendung Traditionell unterstützend bei Erkrankungen im Bereich des Magen- Darmtraktes, Koliken, Durchfall, Opstipation (Verstopfung), Krämpfen, Verdauungsschwäche, zur Anregung der Verdauungssäfte, bei Wurmbefall, Menstruationsstörungen und unregelmässiger Regelblutung, zur allgemeinen Durchblutungsförderung sowie als beruhigendes Mittel. Ferner wird Beifuss in der Volksmedizin bei Schwächezuständen und als Nerventonikum eingesetzt. 1-2 TL pro Tasse mit heissem Wasser üergiessen, 5 min. gedeckt ziehen lassen. Zur unterstützenden Appetitanregung 2-3 Tassen täglich vor den Mahlzeiten.
Sagenhaftes An seiner äusseren Erscheinung ist nichts Auffallendes zu finden, und seine Blüten gehören zu den bescheidensten der hier beschriebenen Pflanzen. Merkwürdigerweise aber wurde der Beifuss einst als "Mutter aller Pflanzen" verehrt und seit der Antike als kraftvolle Heilpflanze beschrieben. Wir können nur den fast verwischten, Jahrhunderte alten Spuren des Beifuss nachgehen, um vielleicht eine Ahnung von dem zu bekommen, was diese Pflanze einmal für die Menschen bedeutet hat. Die erste Spur führt zurück ins Persien des vierten Jahunderts vor der Zeitwende. Dort begenen wir Artemisia, der Gemahlin des Königs Maussolos (er wurde durch sein Grabmahl berühmt, das zu den sieben alten Weltwundern zählt). Artemisia war eine heilkundige Frau, wie es heisst hat sie dieser Pflanze ihren Namen verliehen, den wir bis heute noch immer kennen (Artemisia vulgaris). Artemisia vulgaris hat enge Verwandte, den Wermut (Artemisia absinthium) und die Eberraute (Artemisia abrotanum). Eine weitere, in der griechischen Mythologie bekannte "Artemisia" ist ebenso mit dem Beifuss verbunden. Die Griechen verehrten Artemis, deren bekanntestes Abbild in Ephesus in Kleinasien stand. Der Göttin Artemis waren zwei Pflanzen geweiht, die Fichte und der Beifuss. Die grosse Muttergöttin wurde um Hilfe bei Geburten angerufen, und hier finden wir die ersten Hinweis auf die Heilkräfte dieser Pflanze. Sie galt als äusserst hilfreich bei allen Frauenbeschwerden, konnte Krankheiten heilen aber auch "schicken". Viele Heilkundigen beschrieben die Kraft des Beifuss: Hildegard v. Bingen, Paracelsus, Tarbernaemontanus, Bock, Lonicerus... Culpepper schreibt im 17. jahrhundert: "Es ist ein Kraut der Venus. Seine Spitzen, Blätter und Blüten sind voll Tugend; sie sind aromatisch und äusserts sicher und hervorragend zur behandlung von weiblichen Krankheiten."
Die Namen Mugwurz, Sonnwendgürtel, Sonnwendkraut leiten uns auf die zweite Spur dieser Pflanze. Diese Namen führen uns in unsere germanische und keltische Vergangenheit, laut einigen Ethnologen sogar bis in die indogermanische Zeit zurück. Die Mugwurz war eine keltische und germanische Kraftpflanze (mug = wärmen, kräftigen). der germanische Donnergott Thor, besass den Zaubergürtel Megingjardr. Mit diesem Gürtel konnte er seine Kraft verdoppeln und so gefährliche Reisen, Kämpfe und Abenteuer bestehen. Und wer immer sich stärken wollte, der brauchte nur einen Gürtel aus dem Gürtelkraut zu tragen. Dieser musste am kräftigsten Tag des Jahres, am Tag der Sommersonnenwende, geflochten werdenn - der Tag, an dem die Sonne, das lebensspendende Licht seine grösste Kraft hat. Die Tradition der Sommerwendfeste lässt sich viele Jahrtausende zurückverfolgen. Am Ende dieses Festes warf man den Gürtel ins Feuer und mit ihm alles Schlechte, was einem bedrückte. Oder man behielt den geflochtenen Gürtel ihn um ihn als Schutz und Stärkung zu Tragen. Auch ist der Beifuss ein wichtiges Räucherkraut, man hängte Beifussbüschel in den Stall oder räucherte den selbigen damit aus, um die Tiere vor Krankheit zu schützen. In der Indianischen Tradition wird der Beifuss noch heute als Räucherkraut verwendet.
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